• Beitrags-Kommentare:2 Kommentare

Azoren

Faial - Pico - São Miguel

Es ist ein wunderbares Gefühl, nach einem langen Schlag wieder Land in Sicht zu haben. Es gilt, wie auch schon nach der ersten langen Überfahrt, zahlreiche Gefühle zu verarbeiten: Freude, Dankbarkeit, Entlastung und Erschöpfung. Erholung ist angesagt. Horta, eine bezaubernde, gepflegte, kleine Stadt in mitten der satt-grünen Insel Faial, ist eine wunderbare Stadt zum Ankommen und Erholen (auch wenn viele davon abraten, da es im Hafen oft recht voll ist). Wir haben Glück, wir bekommen bereits ab dem zweiten Tag ein Hafenplatz.

Und ein absolutes Muss direkt nach dem Einklarieren, ist natürlich ein Besuch in Peters Sports Café, eine urige Kneipe, in der sich vor allem Segler treffen. Der Brauch: man bringt eine Crew-Flagge mit und bekommt im Tausch eine der begehrten Peters Café Sport-Flaggen.
Auch ausgiebiges Schlemmen in einem guten Restaurant steht ganz oben auf der Liste.

Mit einem Mietwagen machen wir einen Tagesausflug und erkunden die Insel. Besonders beeindruckend: der Leuchtturm im Westende und der Kraterrand des Vulkans in mitten der Insel, den man ganz oben umrunden kann. Besonders schön: überall blüht und grünt es, vor allem Hortensien sieht man zahlreiche, und: auf der ganzen Insel gibt es unzählige Kühe. Die Insel erinnert uns ein bisschen an Madeira, jedoch ist sie viel weniger touristisch, und die Menschen wirken noch deutlich entspannter.

Mit der SY Happy Snapper (Emma & Philipp mit 2 Jungs) und der SY Umtali (Alex & Tom mit 2 Jungs) feiern wir gemeinsam deren Ankunft und verbringen den ein oder anderen gemeinsamen, feucht-fröhlichen Abend ;-)…
Auch einen Tagesausflug auf die Nachbarinsel Pico unternehmen wir gemeinsam. Die geplante Wanderung zum Gipfel muss wegen des schlechten Wetters oben spontan ungeplant werden. Die Alternativroute ist zwar ebenfalls sehr schön, jedoch etwas länger als geplant und so humpeln wir abends nach 17 km fast alle mit Blasen an den Füßen nach Hause, der saftige Muskelkater in den folgenden Tagen kommt wie zu erwarten… nichtsdestotrotz hatten wir viel Spaß!

Außerdem findet in der Zeit, die wir in Horta verbringen, ein viertägiges Festival (Maravilha) statt, bei dem es viel Livemusik, gutes Essen und Trinken gibt.

Dann heißt es mal wieder Abschied nehmen. SY Happy Snapper macht sich auf Richtung Heimat (Schweden), auch ihr Sabbatical endet bald. SY Umtali möchte zu anderen Azoren-Inseln und wir fahren weiter nachPonta Delgada auf São Miguel.

Die Fahrt dorthin über Nacht ist recht wellig. Auf dem Weg dorthin erwischt es Dirk mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Wir sind dankbar, dass wir direkt einen Hafenplatz zum Auskurieren bekommen. Die Inselerkundung wird vorerst auf Eis gelegt. Mit den Kids erkunde ich zu Fuß die Stadt. Sie ist groß, viel größer als Horta, und trotz schöner, kleiner Gassen mit Cafés, Bars, Touristenshops, Chinashops, aber auch einzelner, wunderschöner und liebevoll gestalteter Läden (ähnlich wie in Italien) finden wir irgendwie nicht richtig Zugang und sie wenig charmant.
Vielleicht ist unser Aufenthalt dafür auch einfach zu kurz, denn wegen des Windes starten wir bereits zwei Tage später Richtung europäisches Festland. Rund 850 sm liegen erneut vor uns, die letzten Seemeilen auf dem großen Atlantik. Mittelmeer wir kommen…

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Walli und Andreas

    Willkommen in Europa!!! Unser allerhöchster Respekt vor Eurer Leistung. Super gemacht, tolle Crewleistung. Werdet wieder alle gesund und erholt Euch guuuuuuut. Jetzt noch Gibraltar, dann seid Ihr „fast“ zu Hause… Vielen, vielen Dank, dass wir mit Euch mitreisen dürfen und viele Grüße aus Kroatien.

  2. Andreas

    Toller Bericht! Erinnert mich an meine eigenen Reisen. 3 Mal war ich auf den Azoren, und es wird scheinbar immer voller, wenn ich die Luftaufnahmen der Anchorage in Horta sehe. 1993 und auch 1999 war kein einziges Schiff vor Anker… nur sehr große Schiffe, für die kein Platz war, sind an der Aussenmole gelegen.
    Danke für die schönen Filmchen und die vielen Fotos!
    Gute Weiterfahrt und liebe Grüße,
    Andreas

Schreibe einen Kommentar